Förderverein Klosterchor

Das Kloster soll nicht zur Ruine werden

Um die notwendige Sanierung voranzutreiben, haben zwei Bad Windsheimerinnen einen Förderverein gegründet.

Am 1291 gestifteten Kloster in der Bad Windsheimer Altstadt nagt der Zahn der Zeit. Es muss nach Ansicht eines Architekten saniert werden. Die Kosten bleiben wohl an der Stadt hängen.


 "Wir wollen nicht Zeugen sein, wie das Kloster zu einer Ruine verfällt", sagt Sabine Detsch. Sie uns Ines Thoma haben einen Förderverein gegründet, um das ehemalig Kloster in der Bad Windsheimer Altstadt vor dem Verfall zu retten und sanieren zu können. Auch der Planungsausschuss des Stadtrates beschäftigte sich mit diesem Thema.

Das Kloster war 1291 gestiftet worden. Was heute noch steht, ist der Chorraum der Klosterkirche. Ines Thoma veranstaltet dort immer wieder Aufführungen mit ihrer Musikschule, wie den Blauen Freitag im Erdgeschoss des Klosters. Seit knapp zwei Jahren beschäftige sie sich regelmäßig mit dem historischen Gebäude.

Vorbild Spitalkirche 

Inspiriert habe sie der Mönch Jodocus de Winßheim, der im Mittelalter dort berühmte Stücke geschrieben haben soll. Zwei der Lieder hat Thoma in ihr Programm aufgenommen. Ihre Freundin Sabine Detsch interessiert sich für historische Gebäude im Allgemeinen und findet es schön, ein solches Kulturgut in der Altstadt zu haben.

Die beiden Frauen haben bereits einige Mitstreiter gefunden, die sich dem Förderverein angeschlossen haben. Zum Vorbild haben sie sich den Förderverein Spitalkirche genommen, der gezeigt habe, dass ein solches Projekt "hervorragend" funktionieren kann. 

"Handeln ist angesagt"

"Eine Sanierung ist jetzt einfach fällig. Der Zeitpunkt ist gegeben, man sollte es nicht auf die lange Bank schieben. Handeln ist angesagt", sagt Architekt Walter Schwarz. Er hat sich einen Überblick über die Schäden im Kloster verschafft und seine statische Bestandsuntersuchung dem Planungsausschuss vorgestellt. Demnach gebe es erhebliche Schäden, die dringend einer Sanierung bedürfen.

 

Bücher drücken aufs Gebälk

Aufwendige Arbeiten stünden am sehr heruntergekommenen Treppen­turm an, der zur historischen Biblio­thek in den ersten Stock führt. Seit 1615 ist diese dort eingerichtet, bele­gen Quellen. Da dort einige Hun­dert alte Bücher in den teils schweren Regalen stehen, laste auch sehr viel Gewicht auf der Decke des Erd­geschosses. Schwarz schätzt rund 400 Kilogramm inklusive Mobilar.

An der Fassade seien von größeren Maßnahmen hauptsächlich die Nord- ­und Ostseite betroffen. Starke Witte­rungsschäden griffen die Konstruk­tion an. Offen bleibe die Frage der Setzung an den Stützpfeilern, die Schwarz vermutet. Eine klärende Antwort könne allerdings nur eine genauere Untersuchung geben.


 

"Keine akute Einsturzgefahr"

Schwarz konnte Stadträtin Ismene Dingfelder insofern beruhigen, dass das Gebäude nicht sofort einstürze, eine Sanierung aber dennoch jetzt angegangen wer­den sollte: „Es be­steht keine akute Einsturzgefahr. Ich würde das Gebäude jetzt nicht gleich evakuieren, aber auch nicht zur Tagesordnung übergehen“, sagte Walter Schwarz.

Dass es nicht mit einer Übergangs­lösung getan ist, darüber waren sich die Mitglieder des Planungsausschus­ses einig. Zunächst müsse ein Gesamtkonzept erstellt werden, dann könne man über Finanzierungsfragen nachdenken, sagte auch Schwarz. Dieser Meinung schloss sich das Gremium an.


 

Hospitalstiftung: "nicht die finanziellen Mittel"

Die Idee, einen Förderverein zu gründen, „begrüßt die Stadt“, sagt Ordnungsamtsleiter Andreas Hahn im Hinblick darauf, dass eigentlich die Hospitalstiftung Eigentümer des Klosters ist und nur von der Stadt unterstützt werde. Da die Stiftung nicht über die finanziellen Mittel ver­füge, die für eine Sanierung nötig seien, müsse die Kosten wohl sowieso „die Stadt schultern“, so Hahn.

Wer Interesse am Förderverein hat und nä­here Informationen will, kann sich bei Ines Thoma unter Telefon 09841/5735 oder bei Sabine Detsch unter 09841/ 5703 melden.